Digitalisierung der Rechnung: Herausforderungen und Chancen
Elektronische Belege (E-Belege) sind das RĂŒckgrat moderner GeschĂ€ftstransaktionen. Sie umfassen wichtige Belege wie Rechnungen und Gutschriften in beide Richtungen (Lieferung und Eingang). DarĂŒber hinaus bieten sie Funktionen fĂŒr die Ăbermittlung von Nachrichten im Zusammenhang mit dem Belegstatus zwischen Zugriffspunkten.
Nun werden diese bei unseren Nachbarn Deutschland bereits ab Beginn 2025 Pflicht und bringen einige VerĂ€nderungen mit sich. Nach der neuen Gesetzeslage mĂŒssen ab diesem Datum alle B2B-Unternehmen in Deutschland E-Rechnungen in einem strukturierten Format empfangen und verarbeiten können.

E-Rechnungspflicht 2025: Das mĂŒssen Unternehmen wissen
Diese Regelung betrifft aber nicht nur deutsche Unternehmen, sondern hat auch indirekte Auswirkungen auf viele österreichische Firmen, die GeschĂ€ftsbeziehungen zu deutschen Kunden und Partnern unterhalten. Denn eine rechtliche Verpflichtung zur E-Rechnung besteht, sobald eine âfeste Niederlassungâ in Deutschland â beispielsweise eine BetriebsstĂ€tte oder ein Konsignationslager â vorhanden ist. DarĂŒber hinaus ist von Auswirkungen ohne rechtliche Verpflichtung auszugehen. Viele deutsche RechnungsempfĂ€nger wollen in der Regel nicht mehrere Rechnungseingangsprozesse und werden daher alle GeschĂ€ftspartner âbittenâ, ebenfalls strukturierte elektronische Rechnungen zu ĂŒbermitteln.
Das bedeutet: Auch wenn die E-Rechnungspflicht aktuell nur in Deutschland gilt, mĂŒssen Unternehmen in Ăsterreich jetzt handeln, um zukunftssicher zu sein.
Um mehr ĂŒber die E-Rechnungspflicht und deren Auswirkungen zu erfahren, haben wir ein Interview mit Klaus Schaffer, Senior Consultant EDI Service Partners, und Wolfgang Traunfellner, Director Sales & Marketing NAVAX, gefĂŒhrt. Im GesprĂ€ch teilen sie ihre Perspektiven zur Zukunft der E-Rechnung und wie Unternehmen sich auf die Ănderungen vorbereiten können:
Interviewer: Die E-Rechnungspflicht ab 2025 ist ein groĂes Thema in der GeschĂ€ftswelt. Klaus, kannst du uns einen kurzen Ăberblick geben?
Klaus Schaffer: Gerne. Ab dem 1. Januar 2025 mĂŒssen alle Unternehmen in Deutschland in der Lage sein, E-Rechnungen zu empfangen und zu verarbeiten. Dies bedeutet eine Abkehr von traditionellen Papier- und PDF-Rechnungen hin zu elektronischen Formaten wie XRechnung, EDI und ZUGFeRD, die maschinenlesbar und automatisiert verarbeitet werden können. Die EinfĂŒhrung der E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich soll einen entscheidenden Schritt in Richtung Digitalisierung und Standardisierung von GeschĂ€ftsprozessen darstellen. Deutschland folgt damit dem Beispiel anderer EU-Mitgliedstaaten, die E-Rechnungen bereits zum Standard fĂŒr Abrechnungen im GeschĂ€ftsverkehr gemacht haben.
Interviewer: Das klingt nach einer groĂen Umstellung fĂŒr viele Unternehmen. Wolfgang, wie bereitet sich NAVAX auf diese VerĂ€nderung vor, und wie können eure Kunden davon profitieren?
Wolfgang Traunfellner: Bei NAVAX sehen wir die E-Rechnungspflicht als eine Chance fĂŒr unsere Kunden, ihre GeschĂ€ftsprozesse zu modernisieren und effizienter zu gestalten. Die elektronische Archivierung von Belegen spart Platz und reduziert die Kosten fĂŒr die physische Lagerung. E-Rechnungen können direkt in die Buchhaltungssysteme importiert und verarbeitet werden. Das reduziert die manuelle Arbeit des Buchhalters. Durch die schnellere Verarbeitung von Rechnungen wird auch eine schnellere Zahlung ermöglicht. Das wirkt sich positiv auf den Cashflow aus. Die automatisierte Verarbeitung minimiert die Fehlerquote im Vergleich zur manuellen Eingabe.
Interviewer: Klaus, wie siehst du die langfristigen Vorteile der E-Rechnung fĂŒr Unternehmen, die frĂŒhzeitig umstellen?
Klaus Schaffer: Die Vorteile sind enorm. Zum einen fĂŒhrt die Umstellung auf E-Rechnungen zu einer Reduzierung manueller Eingriffe, was Fehler minimiert, und die Effizienz steigert. Zum anderen wird der gesamte Rechnungsprozess beschleunigt, wodurch sich auch die LiquiditĂ€tsplanung verbessert. Unternehmen, die sich frĂŒhzeitig umstellen, können nicht nur die gesetzlichen Anforderungen erfĂŒllen, sondern ihre Prozesse effizienter gestalten und so langfristig Kosten sparen. Ich denke, viele Unternehmen erkennen noch nicht, dass diese Pflicht nicht nur Deutschland betrifft, sondern in den nĂ€chsten Jahren aufgrund einer EU-Richtlinie EU-weit umgesetzt werden muss. Durch unsere Standorte in Deutschland und Ăsterreich sehen wir, wie eng die MĂ€rkte miteinander verbunden sind, und dass auch österreichische Unternehmen, die mit deutschen Partnern arbeiten, betroffen sind.
Interviewer: Wolfgang, wie siehst du die Zukunft der Rechnungsstellung nach 2025?
Wolfgang Traunfellner: Nach 2025 wird die Digitalisierung in der Rechnungsstellung sicherlich weiter voranschreiten. Die E-Rechnung ist nur der Anfang. Ăsterreich hat aktuell zwar keine verpflichtende E-Rechnungspflicht im B2B-Bereich, aber durch die Zusammenarbeit mit deutschen Partnern sind eben auch österreichische Unternehmen indirekt betroffen. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch hier Ă€hnliche Regelungen fĂŒr den B2B-Bereich eingefĂŒhrt werden. Wir bereiten unsere Kunden darauf vor, zukĂŒnftige Herausforderungen proaktiv zu bewĂ€ltigen, anstatt reaktiv zu handeln. Das ist der Mehrwert, den unsere gemeinsame Expertise bietet.
Interviewer: Das klingt nach einer spannenden Zukunft. Zum Abschluss, welche Empfehlungen habt ihr beide fĂŒr Unternehmen, die sich auf die E-Rechnungspflicht vorbereiten?
Klaus Schaffer: Meine Empfehlung ist es, jetzt zu handeln. Die Umstellung auf die E-Rechnung ist nicht nur eine regulatorische Pflicht, sondern auch eine Chance zur Modernisierung. Unternehmen sollten jetzt ihre Systeme und Prozesse ĂŒberprĂŒfen und gegebenenfalls anpassen. Ich wĂŒrde das Thema daher nicht nur auf die E-Rechnung beschrĂ€nken, sondern auch weitere Prozesse, wie z.B. Bestellungen, AuftragsbestĂ€tigungen oder Lieferscheine miteinbeziehen. Es ist wichtig, die richtigen Partner an der Seite zu haben, die nicht nur die Technologie liefern, sondern auch das nötige Know-How zur erfolgreichen Implementierung und Einhaltung der Vorschriften.
Wolfgang Traunfellner: Dem kann ich nur zustimmen. Es geht nicht nur darum, die gesetzlichen Anforderungen zu erfĂŒllen, sondern auch darum, das volle Potenzial der Digitalisierung auszuschöpfen. Fehlerhafte Rechnungen bergen nicht nur die Gefahr von rechtlichen Konsequenzen, sondern fĂŒhren auch zu mehr Verwaltungsaufwand und Verzögerungen bei der Zahlung. Jetzt ist die Zeit, um Ihre Prozesse zu analysieren, sich mit Experten auszutauschen. NAVAX und EDI Service Partners sind hier, um Sie auf diesem Weg zu unterstĂŒtzen und sicherzustellen, dass Sie auf alles vorbereitet sind, was Ihnen in Zukunft begegnen könnte.
Unser Fazit
Mit der richtigen Vorbereitung und den richtigen Partnern können Unternehmen nicht nur die gesetzlichen Anforderungen erfĂŒllen, sondern auch ihre Effizienz steigern und sich fĂŒr die Zukunft rĂŒsten. Möchten Sie mehr ĂŒber die E-Rechnungspflicht erfahren? Dann laden wir Sie herzlich zu unserem Webinar im Februar ein. Erfahren Sie von unseren Experten aus erster Hand, wie Sie sich optimal auf die neuen gesetzlichen Anforderungen vorbereiten können und welche Schritte Sie unternehmen sollten. Nutzen Sie die Gelegenheit und kontaktieren Sie uns!
Bestimmungen zur E-Rechnung im Ăberblick:
- Vom 1. Januar 2025 an wird in Deutschland fĂŒr alle B2B-Unternehmen die Pflicht eingefĂŒhrt, E-Rechnungen empfangen und verarbeiten zu können.
- Ab 2025 werden traditionelle PDF-Rechnungen und Papierrechnungen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen fĂŒr E-Rechnungen entsprechen.
- Die elektronischen Rechnungen mĂŒssen in einem definierten, digitalen Format erstellt werden, wie etwa die Rechnungsformate XRechnung, das EDI-Verfahren und die ZUGFeRD-Rechnung.
- GemÀà der Norm DIN EN 16931 mĂŒssen diese E-Rechnungen umfangreichere Details enthalten als traditionelle Rechnungsformate.
- FĂŒr den Versand von E-Rechnungen (Ausgangsrechnungen) gibt es bis 31. Dezember 2027 Ăbergangsfristen.
Rechtlicher Hintergrund auf europÀischer Ebene:
- Im Rahmen der ViDA-Initiative (âVAT in the Digital Ageâ) beabsichtigt die EU-Kommission, die zusĂ€tzliche EinfĂŒhrung eines elektronischen Meldesystems (Umsatzsteuer), das aus den Daten der E-Rechnung gefĂŒllt werden soll.
- Ziel der MaĂnahmen ist es, das Mehrwertsteuersystem zu vereinfachen und v.a. Betrug einzudĂ€mmen.
- Alle EU-LĂ€nder sind daher verpflichtet, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.
Unsere Partnerschaft
Die Partnerschaft zwischen NAVAX und EDI Service Partners entstand aus dem gemeinsamen Bestreben, Unternehmen ganzheitliche und zukunftssichere Lösungen fĂŒr die Digitalisierung ihrer GeschĂ€ftsprozesse anzubieten. NAVAX, als erfahrener ERP-Partner, und EDI Service Partners, als spezialisierter Anbieter von EDI-Dienstleistungen und Peppol-Anbindungen, ergĂ€nzen sich perfekt. Gemeinsam bieten wir unseren Kunden Lösungen, die tiefgehendes technisches Know-how und ProzessverstĂ€ndnis vereinen, um sie optimal auf die zukĂŒnftigen Anforderungen â wie die E-Rechnungspflicht â vorzubereiten.
Ăber EDI Service Partners
EDI Service Partners, bestehend aus Avenum und Avedium, bietet einen umfassenden EDI Service, der es Unternehmen ermöglicht, ihre Kunden und Lieferanten effizient im richtigen Format zu vernetzen. Kunden können sich auf ihr KerngeschÀft konzentrieren, wÀhrend EDI Service Partners die digitale Kommunikation optimiert, dank der Expertise im elektronischen Datenaustausch.
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